Remus und Maria

Remus und Maria Teil unserer Familie

Eine Freundin von mir wollte die Welpen auf einem Bauernhof anschauen und eigentlich war ich nur zur Begleitung dabei, denn ein Hund (so dachte ich) hat im Moment keinen Platz in meinem Leben.

Schließlich hatte ich allerhand um die Ohren mit meinem 4-jährigen Sohn und meinem 8 Wochen alten Baby. Wir kamen also auf diesem Bauernhof an, stiegen aus dem Auto und schon fing es an rund, um unsere Füße zu wuseln vor Welpen.

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Nur einer blieb versteckt in dem Loch unter den aufgestapelten Baumstämmen. Natürlich wollte ich auch diese süße Fellnase begutachten und versuchte ihn zu locken.

Die Bäurin meinte direkt zu mir das ich dieses Kerlchen mit Engelszungen bearbeiten könne so viel ich möchte, er komme nie da unten raus, wenn Interessenten da sind.

Ich dachte mir "ok, dann lass ich es bleiben", stand wieder auf und wollte gerade zu den anderen gehen als sich in dem Loch etwas bewegte. 2 kleine Knopfaugen schauten heraus, zugehörig zu einem kleinen fuchsfarben-weißen Fellknäul.

Ich ging trotz allem zu den anderen und hörte mir die Infos zu den Welpen an. Sie seien nun 4 Wochen alt und sind Bernersennen-Borderline Collie Mischlinge.

Ein neues zu Hause wäre in 3-4 Wochen also toll. Plötzlich merkte ich das mich etwas anstarrt. Jeder kennt das, dieses Gefühl beobachtet zu werden. Ich schaute um mich, fand aber nichts und niemanden.

Auf einmal lehnte etwas an meinem Bein, es war dieses süße, wuschige Fellnäschen das nie herauskam. Immer noch dachte ich mir nichts und genoss die Führung über den Bauernhof.

Im Kuhstall angekommen (alle Welpen spielten, rannten und wuselten um uns herum) lehnte dieses Knäul wieder an meinem Bein und schaute mich an. Die Bäurin schaute den Welpen an, schaute mich an und meinte das er noch nie so war, wie er an der Seite eines Interessenten lief, geschweige denn über den ganzen Hof.

Ich fing an nachzudenken, sagte aber zu mir selber das es nie funktionieren könne.

Urne Entstehung Remus - Bernersennen-Borderline-Collie - 1Urne Entstehung Remus - Bernersennen-Borderline-Collie - 2Urne Entstehung Remus - Bernersennen-Borderline-Collie - 3Urne Entstehung Remus - Bernersennen-Borderline-Collie - 4

Als wir uns verabschiedet haben und zu Auto gingen, lief er immer noch an meiner Seite. Ich öffnete die Autotür, um einzusteigen, der Erste im Auto war jedoch der junge Herr auf 4 Pfoten.

Mit dieser Aktion war es dann um mich geschehen und es war klar, er wird ein Teil meines Lebens, ein Teil meiner Familie. Jeden Tag rief ich im Bauernhof an, um mich zu erkundigen, wie es unserem zukünftigen Familienmitglied geht.

Wie es so ist, kauft man vor der Ankunft des Welpen eine Grundausstattung, ich glaube ich kaufte Ausstattung für mindestens 4 😂 dann kam er, der große Tag, die Ankunft unseres ersten eigenen Welpen.

Zu meinem Schrecken stellte ich fest, dass ich noch keinen Namen für ihn hatte. Ich setzte mich mit meinem 4-jährigen Sohn zusammen und wir versuchten krampfhaft einen Namen für ihn zu finden.

Keiner der Namen, die wir parat hatten, passte zu ihm. So vergingen 3, 4 Tage und der Knopf war immer noch ohne Namen.

Wir lachten dauernd darüber das er so tollpatschig ist, nur Blödsinn im Kopf hat und er (wenn er rannte) immer schon zu hören sei bevor man ihn überhaupt sieht. So kam mir die zündende Idee.

Sein Name ist Remus, wie der Sportauspuff für Autos, der so laut ist, dass man das Auto schon hört, wenn man es noch gar nicht sieht. So schlug ich mir also die Nächte mit Baby und einem nicht stubenreinen Welpen namens Remus um die Ohren.

Wenn mich heute einer fragt, wie ich das damals geschafft hab, ich weiß es nicht aber es war machbar.

So wuchs Remus heran, wurde ein stattlicher junger Mann, ein super Begleiter der nie (seit Beginn) eine Leine brauchte. Er war immer gechillt, erkannte schon von weitem wer ist Freund, wer ist Feind und ging immer allem Ärger mit Artgenossen aus dem Weg.

Alle in unserem Wohnviertel kannten und liebsten ihn.

Als es ihm an einem Morgen nicht gut ging, fuhr ich mit ihm in die Tierklinik, Diagnose Milz gerissen und keiner konnte sagen warum. Er wurde notoperiert und es wurde direkt Blut genommen.

Er musste 1 Tag und 1 Nacht in der Klinik bleiben. Es war die Hölle.

Eines unserer Familienmitglieder nicht zu Hause und die Ungewissheit was kommt und wie es ihm geht, denn er war das erste Mal von jedem den er kannte getrennt.

Am nächsten Morgen endlich der Anruf, wir können unseren Schatz wieder abholen. Wir machten uns also auf den Weg jedoch mit gemischten Gefühlen, denn was die Blutergebnisse ergeben haben wussten wir ja noch nicht.

Als Erstes kamen die Arzthelferinnen, dann der Arzt. Gefasst versuchte er anzufangen uns zu erklären, was das Blut für Ergebnisse erbrachte.

Doch bevor er dazu kam, sah ich das alle Tränen in den Augen hatten (man kannte ihn in der Tierklinik schließlich auch) und ich wusste, dass nichts Gutes kommt.

Diagnose: seltener Blutkrebs. Dieser hatte das Reißen der Milz verursacht und dieser werde uns nicht mehr viel Zeit mit unserem Schatz geben. Ein Schlag ins Gesicht.

Nie zuvor hatten wir einen so schweren Moment erfahren. Meine beiden Söhne waren am Boden zerstört und sie mussten das erste Mal erfahren das kein Leben für ewig ist und unsere Begleiter ein noch kürzeres Leben haben als wir.

Ich entschloss mich dafür, mich auf die Suche zu begeben, ob es eine Möglichkeit gibt ihn einäschern zu lassen und die Asche mit nach Hause zu nehmen, denn er ist ja ein Teil unserer Familie und das soll er auch bleiben.

Ich fand ein Bestattungsunternehmen das auch Haustierbestattung anbot. Ich rief dort an, vereinbarte einen Termin und ließ mich beraten.

Ich war mit allem zufrieden, nur mit dem Angebot der Urnen nicht. Die sahen toll aus, keine Frage aber unser Remus war besonders und er sollte auch eine besondere Urne bekommen.

Ich postete also auf sämtlichen Social Media Seiten das ich jemanden suche, der mir eine Urne individuell gestalten kann mit einem Portait von unserem Schatz.

Zu unserem Glück meldete sich Marina auf meine Suchanfragen und nahm Kontakt zu mir auf. Wir vereinbarten ein Treffen und Sie kam zu uns nach Hause, um ein paar Bilder von Remus zu machen.

Anschließend lud sie uns zu sich ein, machte noch ein paar schöne Bilder, denn Remus war natürlich mit dabei und wir haben bei Kaffee unsere und ihre Vorstellungen besprochen.

9 tolle, liebevolle und unvergessliche Jahre durften wir ihn einen Teil unserer Familie nennen. 9 Jahre stand er uns treu zur Seite und lieferte und freudige und lustige Momente bis er uns genommen wurde.

Nach der Einäscherung übergab ich Marina unsere ausgewählte Urne und sie startete gleich mit voller Hingabe mit ihrer Arbeit. Ich hab es nicht mehr wirklich im Kopf aber ich glaub ich hab ihr fast täglich geschrieben oder sie angerufen, um nach dem Fortschritt zu fragen.

Natürlich kann Marina nicht hexen und liebevolle Arbeit brauch Zeit aber ich konnte es einfach nicht erwarten das Ergebnis zu sehen.

Ich glaub, ich kostete sie mit meinem ungeduldigen Wesen einige Nerven aber sie blieb immer freundlich, hatte Verständnis und immer tröstende Worte für jeden von uns.

Dann kam er, der Tag, der Tag an dem Marina uns zu sich einlud, um die Urne abzuholen. Sie war fertig, sein letztes Plätzchen. Ich war so aufgeregt und traurig zugleich.

Als wir dann ihr Arbeitsstudio betraten und Marina die Urne enthüllte brach ich in Tränen aus. Er sah so echt aus, als könne ich ihn noch einmal berühren.

Ich war so begeistert, ich drückte Marina und in dieser Sekunde beschloss ich auch noch ein Bild von ihr mit Airbrush anfertigen zu lassen. Auch dieses ist wunderschön und so realistisch geworden das unser Remus nun für immer ein Teil unserer Familie sein kann.

Tausend dank an dich liebe Marina, du hast uns mit deiner Kunst einen Teil des Schmerzes genommen und Trost gegeben.

Es freut mich das Remus der Auslöser für dein Vorhaben war oder ist. Das macht ihn für mich nochmals ein Stück mehr unvergesslich und stolz mich als seine Besitzerin bezeichnen zu dürfen.

Ich sende dir unendlich viele Umarmungen 🤗😍😘🤗
LG Maria

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